Hörenswertes im Saarland für den Rest von anno 2010 ![]()
Wird sicher noch ergänzt…
Oktober
Anathema
11.10.2010 | Saarbrücken, Garage
www.garage-sb.de
Dezember
Subway to Sally
21.12.2010 | Saarbrücken, Garage
www.garage-sb.de
Gestern war ich bei Irish Heartbeat in der Illinger Illipse. Das ist ein kleines Festivalchen für irische Musik, bei dem drei Gruppen und eine Steptänzerin für zauberhaft-feurig-irischromantische Melodien und Rhythmen sorgen. Das war noch handgemachte Musik und die Künstler machten zumindest den Eindruck, als hätten sie noch Spaß an ihrem Job. Ja, ich mag hin und wieder auch Musik, die ohne E-Gitarre und Double-Bass auskommt
Shannon Heaton, die mit Ehemann und Mitmusikant Matt aus Boston angereist ist, hat eine wunderbar warme, klare Stimme und beherrscht auch diverse Flötensorten. Nach der vergleichsweise ruhigen, aber wunderschönen Performance des Duos sorgten die Rapparees für richtig Stimmung. Die fünf jungen Banditen – denn das bedeutet ihr Bandname – sorgten dafür, dass meine Füße fast gemeutert und sich selbstständig gemacht hätten
Auch die Paul McKenna Band machte ganz schön Dampf im Dudelsack – auch wenn einer der Herren äußerlich gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Mr. Bean hatte (man möge mir verzeihen, aber DOCH JA!).
Was mich jedes mal wieder verwundert, ist die Tatsache, dass die meisten dieser Musiker eine ganze Reihe an Instrumenten beherrschen. Banjo, Gitarre, Dudelsack, Fiddle und Whistle – und singen können sie auch noch! Eine schöne Abwechslung in unserer Casting-Gesellschaft (ach, was wäre die Medienlandschaft nur ohne ihre diversen Gesellschaftswortneubildungen…).
Auch die Performance von Steptänzerin Kieran Jordan war beeindruckend. Ganz unverkrampft hat sie auf der Bühne die Füße wirbeln lassen. Respekt! Ich habe mal einen Irish Step Workshop mitgemacht und wenn ich meine körperliche Verfassung danach mit einem Wort beschreiben sollte, wäre es sicher nicht “unverkrampft” gewesen – eher “muskelverkatert”. Danach und nach Weiberfasching weißt du, wo ein Fuß und eine Wade überall schmerzen können…
Hier ist Irlands Herzschlag noch zu hören:
14.03.10: Münster
15.03.10: Eisleben
17.03.10: Balingen
18.03.10: Augsburg
19.03.10: Neustadt an der Aisch
20.03.10: Garching
Weitere Infos auf www.st-patricksday.de
Hui, was ist das??? Unheilig auf Platz 1 der deutschen Albumcharts? Respekt.
Setzt die Segel, holt die <a name=”#anker”> ein und lasst uns den Stürmen trotzen (sehr passender Text, wenn ich aus dem Fenster schaue). Mit “Große Freiheit” hat der Graf ein sehr durchhörbares Konzeptalbum abgeliefert. Die Seefahrer-Metaphorik zieht sich durchgängig durch alle Songtexte und auch die Melodien schaffen eine gewisse Störtebeker-Atmosphäre. Das Wechselspiel zwischen ruhigen und schnellen Titeln ist gut gelungen. Schön ist der durchweg positive Tenor der Songs. Anders als viele seiner Kollegen setzt der Graf hier nicht auf Herzschmerz und Melancholie, sondern auf erfrischenden Optimismus. Trotz “Seenot”, Gefahren “Unter Feuer” und “Fernweh” erreicht er am Ende sicher den heimischen Hafen.
Das Album kommt ohne songtechnischen Aussetzer daher, viele Nummern sind sogar richtig gut. Da wäre zum einen die Single “Geboren um zu leben, die mit guten Lyrics punkten kann. Sie ist ein Sequel zu “An deiner Seite” und handelt davon, über den Verlust eines geliebten Menschens hinweg zu kommen. “Der Kracher “Unter Feuer” kann gewisse Rammstein-Anklänge nicht leugnen – allerdings ohne lindemannesk gerrrrrolltes R. Ein Song, der live sicher richtig einschlägt. “Große Freiheit” ist des Grafen Liebeserklärung an Hamburg, wo er mehrere Jahre gelebt und seine ersten musikalischen Schritte gewagt hat. Sehr schöner Titel, der – zumindest für saarländische Ohren – sehr nach der Stadt im Norden klingt und ein wenig die Sehnsucht nach der Nordseeküste weckt. Ein weiteres Highlight ist das ruhige “Unter deiner Flagge”. Nun haben Songs zu Ehren der Mutter ja genreübergreifend Tradition im musizierenden Gewerbe – von Queen bis Sido widmet so ziemlich jede Band und jeder Künstler irgendwann in seiner Karriere seiner Mama einen Song. Doch warum auch nicht? Die Unheilig-Variante ist textlich und melodisch einfach nur schön und man kauft´s dem Herrn Grafen ab, was er da singt. “Unter deiner Flagge” wird bei den Fans sicher bald einen Ehrenplatz unter den Unheilig-Balladen einnehmen. Das Album endet mit dem Instrumental “Neuland”, das die Melodien der übrigen Songs wieder aufnimmt und als Abspann dient.
Unheilig setzen bei “Große Freiheit” auf Altbewährtes, was aber durchaus nicht negativ gemeint ist. Die Mischung aus Synthie-Klängen, metallischer Instrumentalisierung und natürlich der warmen, tiefen Stimme des Grafen ist gutes Ohrenfutter. Dass man dabei tief in radiotaugliche Gewässer vordringt, wird so manchem Fan natürlich gegen den Strich gehen. Auch kommen gewisse Tonfolgen ein wenig zu oft zum Einsatz. Da muss der Graf künftig aufpassen, dass er ein bisschen frischen Wind in sein Songwriting bringt. Die Texte sind weiterhin gut und das Album bietet thematisch und klanglich eine Einheit. Das Thema Seefahrt wurde natürlich schon oft besungen und klingt daher stellenweise etwas überstrapaziert, die gute Umsetzung sorgt jedoch dafür, dass dies nicht zur Flaute wird. Die neue Unheilig-Fregatte bekommt von mir 7 von 10 möglichen Rumbuddeln – Prost, ihr Blogmatrosen, Musikpiraten und Webkapitäne!