Review: Vanden Plas – Chronicles Of The Immortals: Netherworld [Path One]

Beinahe zwei Jahre ist es her, seit Vanden Plas und Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein „Die Chronik der Unsterblichen – Blutnacht“ auf die Bühne des Pfalztheaters brachten. Die Romanserie um den Unsterblichen Andrej Delãny, auf Bühnenlänge komprimiert und zur Rockoper vertont, war ein Highlight des Theaterjahres 2012 – wie restlos ausverkaufte Vorstellungen bewiesen. In den vergangenen Monaten haben Vanden Plas nochmal an den Songs geschraubt und sie in eine albumtaugliche Form gebracht. Das Ergebnis ist „Chronicles Of The Immortals: Netherworld [Path One]“.

Wie der Titel bereits erahnen lässt, ist das Album nur der erste Teil des Fantasy-Epos. Ein brandneuer Titel ergänzt die bekannten Songs: „New Vampyre“. Es ersetzt „Son Of Utopia“, der ein Remake des Red-Circuit-Titels „Sun Of Utopia“ war. Andy Kuntz schlüpft diesmal in die Rolle des Erzählers. Dadurch, dass er fast alles selbst singt und die Songs nachträglich „metallisiert“ und verproggt wurden, klingt „Netherworld“ nicht nach Bühnensoundtrack, sondern nach einem eigenständigen Vanden-Plas-Werk. Von den „Blutnacht“-Solisten ist nur Julia Steingaß zu hören, die für ein paar wirklich zauberhafte, herzerwärmende Momente sorgt.

„Netherworld“ ist sehr melodisch und bisher das eingängigste Vanden-Plas-Album. Das ist keineswegs als Kritik gemeint, im Gegenteil: Die Platte ist eine Sammlung großartiger Melodien, die zum Besten gehören, was Vanden Plas je geschrieben haben. Eine Mischung aus Prog und Symphonic Metal mit Musical-Einflüssen. Die Balance zwischen proggigen Soli, Vanden Plas´schem Edelmetall und ohrenschmeichelnder Zuckerwatte ist wunderbar gelungen. Einzelne Songs herauszupicken macht wenig Sinn; das Album ist ein Gesamtkunstwerk – vielschichtig und abwechslungsreich, mal frickelig, mal episch, mal tränenrührend. Kein einziger Ausfall ist dabei, die Silberscheibe kann von Anfang bis Ende durchgehört werden.

„Netherworld“ reiht sich nahtlos ein in die Riege großer Metalopern wie „Avantasia“ oder „Ayreon“ und klingt doch ganz eigenständig. Vanden Plas bewahren ihren Signature-Sound, auch wenn sie mit „Netherworld“ etwas leichtere Kost bieten als bisher. Es ist schön, dass Konzeptalben und musikalisches Geschichtenerzählen wieder im Kommen sind und man sich nicht mehr nur auf die Produktion einzelner Hits versteift. Lieber ein Album mit durchgängig hohem Song-Niveau und rotem Faden als eine One-Hit-Platte mit viel mittelmäßigem bis schlechtem Füllmaterial. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung von „Netherworld“!

Tracklist: Vanden Plas – Chronicles Of The Immortals: Netherworld [Path One]

1. Vision 1ne    3
2. Vision 2wo * the Black Knight *
3. Vision 3hree * Godmaker *
4. Vision 4our * Misery Affection Prelude*
5. Vision 5ive * a Ghosts Requiem *
6. Vision 6ix * New Vampyre *
7. Vision 7ven * the King and the Children of Lost World *
8. Vision 8ight * Misery Affection *
9. Vision 9ine * Soul Alliance *
10. Vision 10n * Inside *

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