Review: Powerwolf – Preachers Of The Night

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Das Saarland ist ja nicht gerade als Nabel der Musikwelt bekannt. Es ist geradezu ein weißer Fleck auf der deutschen Poplandkarte (mal abgesehen vom jüngsten Charterfolg des Rap-Duos Genetikk). Aber in den dunklen Nischen der metallischen Klangkunst herrscht an der Saar reges Treiben und hin und wieder kämpft sich eine Band hinauf ins Tages- und Scheinwerferlicht. Powerwolf haben dies schon vor ein paar Jahren geschafft. *Nostalgie-Modus an* Ich habe diese Band noch auf der kleinen Bühne meiner alten Schule gesehen, beim Impression musicale am Illtal-Gymnasium Illingen. Mittlerweile spielen sie auf den Main Stages der großen Festivals, hatten einen Charterfolg mit “Blood Of The Saints” und werden von der Fachpresse hochgelobt. Und das mit Recht, denn sie haben ein fettes neues Album zusammengezimmert! — UPDATE: Powerwolf haben Platz 1 der deutschen Album-Charts gestürmt! Glückwunsch! —

„Preachers Of The Night“ bietet alles, was das Wolfsherz begehrt: Blut, Orgeln, Chöre, Kirchen- und Werwolfsthematik, mitreißende Ohrwurmmelodien und ganz viel Bombast! Powerwolf bleiben sich treu, schalten aber noch einen Gang hoch. Dieses Album macht einfach großen Spaß! Schon der Opener „Amen & Attack“ haut richtig rein, die Herren Greywolf, Dorn, Schlegel und van Helden geben von Anfang an Vollgas. In gleicher Heftigkeit geht´s weiter mit „Secrets of the Sacristy“, gefolgt von der selbstironischen Testosteron-Hymne „Coleus Sanctus“ – den Herren sei dieses „Eigenlob“ gegönnt 🙂

Mein absolutes Highlight auf der Platte ist „Sacred & Wild“ – ein wunderbar mitreißender Gehörgangsparasit, der spontane Mitsing-Anfälle auslöst und sich so schnell nicht mehr entfernen lässt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der deutsch-lateinische Song „Kreuzfeuer“, der nach zwei Durchläufen aber ebenfalls zündet. „Cardinal Sin“ und  „Lust for Blood“ drücken richtig aufs Tempo, „In The Name Of God“ gehört zusammen mit „Extatum Et Oratum“ zu den schwächeren Stücken, die aber immer noch das Prädikat „gut“ verdienen“. „Nochnoi Dozor“ ist ein weiteres Highlight auf „Preachers“. Passend zum gleichnamigen Roman/Film ziehen sich russische Anklänge durch den Song – ganz nach dem Motto „werft die Wodka-Gläser an die Wand und feiert mit den Wächtern der Nacht“! Schöner Song! Den Abschluss macht das getragene, okaye „Last Of The Living Dead“.

„Preachers Of The Night“ ist nach jetzigem Stand wohl Powerwolfs größter Wurf  (übrigens auch in Sachen Albumcover)! Ich kann das Album fast uneingeschränkt empfehlen. Nur wer hochgradig allergisch auf Orgeln, Wölfe, Blut, Latein, Kirchenvokabular und Bombast reagiert, sollte aus gesundheitlichen Gründen vom Kauf der Platte absehen 🙂

Zugegeben: Ich kann mir den Stoff auch nicht pausenlos reinziehen, aber für die wichtige Portion Powermetal zwischendurch sind die Saarländer derzeit mit das Beste, was es gibt. Eine solche Hitdichte wie auf „Preachers“ muss man erst mal hinkriegen, Respekt! Das Wolfsrudel hat eine feine Nase für Pattex-Melodien, die im Ohr kleben bleiben. Ein durchdachtes, knallhart durchgezogenes Gesamtkonzept lässt das Quintett aus der Power-Masse herausstechen. Und ein konstantes Level an Selbstironie sowie das Spiel mit Klischees erhöhen den Spaßfaktor nochmals beträchtlich. Die Texte sind nicht gerade als höhere Literatur einzustufen, aber dafür kann jeder sie instant mitgrölen. Und genau dafür sind die Songs gemacht: für die Bühne, das Festival, das Stadion. Für die Heilige Metal-Messe. Die feiern Powerwolf u.a. in Wacken und auf dem Summer Breeze und im Herbst auf ihrer Wolfsnächte Tour 2013. Das wird ein Fest!

Wolfsnächte Tour 2013 – Deutschland

28.09.2013     Osnabrück – Rosenhof
01.10.2013     Langen – Neue Stadthalle
03.10.2013     Lindau – Vaudeville
04.10.2013     München – Backstage
05.10.2013     Stuttgart – LKA
19.10.2013     Saarbrücken – Garage
24.10.2013     Köln – Essigfabrik
25.10.2013     Hamburg  – Markthalle
26.10.2013     Speyer – Halle 101
27.10.2013     Hannover – Faust
30.10.2013     Leipzig – Hellraiser
31.10.2013     Geiselwind – Music Hall
02.11.2013     Essen  – Weststadthalle

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