Konzertbericht: Sonata Arctica – 20.11.2012 im LKA-Longhorn, Stuttgart

Am Dienstag war finnischer Abend im LKA-Longhorn in Stuttgart. Meine Lieblingsnordländer Sonata Arctica gaben sich wieder einmal die Ehre, unterstützt von ihren Landsmännern (+ -powerfrau) Battle Beast. Es war mein viertes Sonata-Konzert und PERKELE! – die Herren haben auch diesmal wieder gerockt!

Battle Beast waren diesmal die einzige Vorgruppe. Ich habe sie bereits Anfang des Jahres bei Nightwish erlebt und war angenehm überrascht. Inzwischen hat sich die Belegschaft geändert: Frontamazone Nitte Valo hat im Sommer ihren Abschied genommen und wurde durch das blonde Gift Noora Louhimo ersetzt. Jetzt klingen Battle Beast nicht mehr nur stark nach Doro bzw. Warlock, sie sehen auch so aus 😉 Battle Beast haben mit ihrem schnörkellosen Heavy Metal gleich ganz ordentlich eingeheizt. Mit viel „Steeeeeeel“ und „Victorÿÿÿÿÿ“ fängt so ein Konzertabend doch gut an! Wir Mädels hatten übrigens auch noch was für´s Auge: Das Schlachtbiest an den Trommeln macht mit freiem Oberkörper einiges her 😉

Nach gut einer dreiviertel Stunde Battle Beast plus Umbaupause – in der unter anderem ein verschwitztes, ausgebüxtes Handtuch von einem Kabel über der Bühne geangelt wurde 🙂 – hielten dann Sonata Arctica Einzug. Mit „Only The Broken Hearts“ vom neuen Album starteten sie gleich voll durch, um gleich darauf mit „Black Sheep“ die guten, alten Speed-Metal-Zeiten wieder aufleben zu lassen. Die Jungs haben nichts verlernt! Sie beherrschen die Duracell-Taktung wie eh und je.

Mit dem wundervollen „Alone in Heaven“ schalteten sie dann ein paar Gänge zurück, nur um bei „Losing My Insanity“ wieder Vollgas zu geben. Dieser Song gehört auf Stones Grow Her Name eher zu meinen Skip-Titeln, aber live kommt er doch ganz gut. „Stones“ ist allgemein ein tolles Live-Album geworden, wie wir an diesem Dienstagabend begeistert feststellten. „I Have A Right“ ist ein Ohrwurm-Rocker, bei dem melancholischen „The Day“ gab´s erste Gänsehaut-Momente und das hammergeile „Shitload Of Money“ hat schon jetzt Potenzial zum neuen Singalong-Klassiker. Bei dem Song ging das verehrte Publikum schon fast so gut mit wie bei den alten Lieblingen.

Von diesen hatten Sonata eine ganze Reihe in die Setlist gesteckt. Neben dem schon erwähnten „Black Sheep“ gaben sie im ersten Teil des Konzerts „Broken“ und „The Gun“ zum Besten. Der Akustikteil wurde von der Königin aller finnischen Balladen eröffnet: Tallulah. Das ging richtig ans Herz und so mancher harte Recke im Publikum wischte sich ein Tränchen aus dem Augenwinkel. Dieser Song ist einfach groß! Habe ich mal gesagt, dass ich Akustik-Einlagen nicht mag? Nach den Konzerten anno 2012 muss ich diese Meinung eindeutig revidieren. Auch diesmal waren die unverkabelten Songs einer der Höhepunkte. Beim Bon-Jovi-Cover „Dead or Alive“ klampfte die ganze Band mit, Tony stilecht mit Cowboy-Hut (der übrigens sehr gut zu seinem obligatorischen Nickituch passt ;-)) .

Nach der Verschnaufpause gab die Band wieder Gas. Die Jungs hatten mit „Paid In Full“ auch einen Titel von „Unia“ ins Programm genommen. Darauf folgte das fette „Shitload Of Money“. Mit „Replica“ ging´s dann zurück zu den Wurzeln. Ich bin immer wieder überrascht, mit welchen Songperlen Sonata Arctica schon ihren ersten Longplayer bestückt haben. Eine weitere davon folgte sofort im Anschluss: „Full Moon“! Kein Sonata-Konzert ohne den tragischen Werwolf! Das Publikum tobte! Eingeleitet wurde der Song übrigens von einem wunderschönen Piano-Solo von Maestro Klingenberg. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren wir glückselig. Es folgten noch das irre „Cinderblox“ und – Yeah! Danke!!! – „Don´t Say A Word“. Und mit dem unverzichtbaren „Vodka“-Outro endete dieser finnische Konzertabend.

Ich bin jetzt seit mehr als zehn Jahren treuer Fan von Sonata Arctica und noch immer schafft es diese Band, mich auf ganzer Linie zu begeistern. Die Jungs sind perfekt eingespielt; einzig der Anfang von „The Day“ war nicht ganz sauber. Dafür hat sich Tony stimmlich nochmal gesteigert. Er ist ein wahrer Frontmann, ein Rampenclown, der zwischen den Songs immer wieder für Gelächter und gute Laune sorgt. Aber auch der Rest der Band verschanzt sich – anders als etwa die Kollegen von Nightwish – nicht hinter den Instrumenten. Das Publikum ist immer Teil des Konzerts. Diese Band nimmt sich nicht zu ernst und hat sichtlich Spaß an ihrem Job.

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich dennoch. Der Sound war stellenweise sehr schlecht abgemischt. Ob´s an der Location lag? Ich kann mich nicht erinnern, dass es beim letzten Konzert im Longhorn Probleme gab. Da besteht jedenfalls noch  Verbesserungsbedarf. Und eine kleine Zugabe wäre nett gewesen. Vielleicht „The Cage“ und/oder „San Sebastian“. Das hätte die – sehr ausgewogene und abwechslungsreiche – Setlist perfektioniert 🙂 Insgesamt war es aber wieder ein tolles Konzert. Ich kann jedem Freund der metallischen Klänge nur empfehlen, sich mal eine Show der Finnen anzuschauen. Sie sind keine Stadionband, aber die warmherzige, familiäre Atmosphäre bei Sonata Arctica ist unvergleichlich.

Kiitos, Jungs – bis zum nächsten Mal!

 

Ein paar hübsche Fotos habe ich hier gefunden: Sonata Arctica Live @ LKA-Longhorn Stuttgart 20.11.2012 (Fotos: David May)   

 

Setlist

  • Only The Broken Hearts (Make You Beautiful)
  • Black Sheep
  • Alone In Heaven
  • Losing My Insanity
  • Broken
  • The Gun
  • The Day
  • I Have a Right

Acoustic-Set

  • Tallulah
  • The Dead Skin
  • Wanted Dead or Alive (Bon Jovi Cover)
  • Paid in Full
  • Shitload of Money
  • Replica
  • FullMoon
  • Cinderblox
  • Don’t Say a Word
  • Vodka

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