Madama Butterfly

Madama Butterfly

Vor kurzem habe ich Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ im Saarländischen Staatstheater gesehen. Eine wunderschöne Inszenierung mit unglaublich mitreißenden Darstellern, einer berührenden Story und herzergreifender Musik.
Gleich danach habe ich angefangen, dieses Bild zu malen. Am Wochenende hatte ich endlich Zeit, es fertigzustellen. Photoshop und Wacom.

Madama Butterfly

Madama Butterfly

Die Story:

Der junge US-Offizier Benjamin Franklin Pinkerton ist Anfang des 20. Jahrhunderts in Japan stationiert. Bei einem Heiratsvermittler „mietet“ er für 999 Jahre ein Haus und eine Frau – mit monatlichem Kündigungsrecht. Er findet diesen Vertrag ganz großartig, verspricht er ihm doch während seine Zeit in Nagasaki unverbindlichen Spaß mit einer schönen jungen Frau. Die ist 15, heißt Cio-Cio-San und schlägt sich als Geisha durch. Ihr Spitzname ist Butterfly.

Die junge Japanerin ist bis über beide Ohren verliebt und stolz, dass sie die Frau eines Amerikaners wird. Sie konvertiert sogar heimlich zum Christentum, um sich ganz ihrem US-Ehemann und der amerikanischen Lebensart zu verschreiben. Als ihre Familie kurz vor der Trauung erfährt, dass Butterfly dem Buddhismus abgeschworen hat, wird sie aus dem Clan verstoßen. Es kümmert sie nicht, denn sie hat ja ihren Pinkerton.

Kurz nach der Hochzeit muss der Offizier zurück in die Heimat. Er verspricht Butterfly, dass er zurückkommt, wenn die Rotkehlchen nisten. In Wahrheit hat er nicht vor, jemals zurückzukehren. Er will seine amerikanische Verlobte heiraten und betrachtet das Kapitel „Butterfly“ als abgeschlossen. Schließlich hat er nach japanischem Ehegesetz ein monatliches Kündigungsrecht.

Cio-Cio-San glaubt dagegen, dass er ihr nach amerikanischer Manier mit dem Eheversprechen Treue geschworen hat – „bis dass der Tod uns scheidet“. Trotz aller Mahnungen glaubt sie fest an die Rückkehr ihres Mannes.

Drei Jahre vergehen, Butterfly ist fast pleite und wartet immer noch. Der Amerikanische Konsul, der sie immer mal wieder heimlich unterstützt hat, kommt sie besuchen, um ihr einen Brief von Pinkerton vorzulesen. Er schreibt, dass er zurück nach Japan kommt – aber nicht zu Cio-Cio-San. Doch er kommt nicht dazu, den Brief zu Ende zu lesen, da Butterfly ihn vor Aufregung ständig unterbricht und er es dann nicht mehr übers Herz bringt, ihr die schlechte Nachricht mitzuteilen. Sie offenbart dem Konsul, dass sie einen Sohn von Pinkerton hat, der erst nach seiner Abreise zur Welt kam.

Butterfly dekoriert gemeinsam mit ihrem Hausmädchen Suzuki das Haus, richtet alles liebevoll für die Ankunft ihres Mannes her. Im Morgengrauen schläft sie erschöpft vor Aufregung ein. Suzuki empfängt Pinkerton, der zusammen mit seiner amerikanischen Frau Kate gekommen ist, um seinen Sohn abzuholen. Kate hat sich bereit erklärt, das Kind aufzuziehen. Als der Offiziert sieht, mit wie viel Liebe Butterfly alles für seine Ankunft hergerichtet hat, wird ihm schlagartig bewusst, wie viel sie für ihn empfindet – während er sie nur ausgenutzt hat. Er kann ihr nicht unter die Augen treten und läuft davon.

Als Butterfly erwacht, ist Pinkerton weg. Stattdessen sieht sie Kate – und das öffnet ihr die Augen. Sie weiß, was sie zu tun hat, um wenigstens ihrem Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen. Kate gibt sie keine Schuld, sie weiß, die junge Amerikanerin wird gut für ihr Kind sorgen. Sie will es jedoch Pinkerton persönlich übergeben.

Während Kate ihren Mann suchen geht, verbindet Butterfly ihrem Sohn die Augen und nimmt den Dolch, mit dem ihr Vater einst Selbstmord beging. In die Klinge eingraviert sind die Worte „In Ehre sterbe, wer nicht ehrenvoll leben kann“. Sie bittet Buddha um Verzeihung und ersticht sich

Als Butterfly zusammenbricht, kommt Pinkerton angehetzt. Er ruft verzweifelt ihren Namen, doch es ist zu spät…

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich war auch drin und kann nur bestätigen: eine hervorragende Inszenierung. Nachdem erst in der Zeltoper in Merzig das Stück gleichermassen erfolgreich aufgeführt wurde, muss ich sagen: Saarland – von wegen Provinz!

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