Fasching auf dem Raster: Das Quorra-Kostüm

Fasching 2011 geht in den Endspurt. Morgen geht´s noch zum Rosenmontagsumzug nach Illingen, aber die großen Bälle sind schon vorbei. Schön war´s am Fetten Donnerstag in der Congresshalle und auf dem PreMaBüBa!

Nachdem ich letztes Jahr als Robin Hood unterwegs war (und mich zum ersten Mal an die Nähmaschine gewagt hatte), stand Fasching dieses Jahr ganz im Zeichen der Science Fiction. „Närrisch durch die Galaxis“ lautete das diesjährige PreMaBüBa-Motto – und das kam mir als Nerdweibchen natürlich sehr gelegen 🙂

Kurz vor den närrischen Tagen hatte ich Tron: Legacy in all seiner 3D-Pracht gesehen und sofort gewusst: an Fasching kämpfe ich für die User. Allerdings hat mich eine fiese Magen-Darm-Grippe mitten in den Kostüm-Vorbereitungen lahmgelegt und so war ich wie immer extrem spät dran. Trotzdem möchte ich euch hier mein zweites selbstgenähtes Kostüm inklusive kleiner Anleitung präsentieren – denn die Robin Hood-Artikel erfreuten sich vor Fasching großer Beliebtheit.

Hier seht ihr das Ergebnis eines Tages voll Extrem-Nähing: Mein Quorra-Kostüm 🙂

All dies ist das Werk eines Tages. Ich weiß, die Identity Disc fehlt – hab ich verloren 😉 Nein, ich wollte eigentlich eine Tasche in dieser Form nähen, aber das habe ich beim besten Willen nicht mehr geschafft.

Quorra-Kostüm – How-to

Die Grundlagen für das Kostüm waren:

– ein Kleid aus kräftigem Jersey-Stoff (C&A, 15 Euro)
– dickere Leggings (Zara, 15 Euro)
– Stretch-Lederimitat (Kaufhof, 9 Euro/Meter)
– dicker Filz (leider hatte ich nur noch grünen, sieht man aber nicht)
– weiße Borte/Nahtband(3m)
– Reste von weißem Diolen Loft
– weiße Schwarzlichtfarbe
– Textilkleber
– Gummiband (hatte nur weißes, schwarzes wäre hübscher gewesen)
– schwarzes Klettband (1m)
– altes schwarzes Longsleeve (H&M)
– schwarze Keilabsatz-Stiefel

Das Unterkleid

Als erstes habe ich das Kleid umgearbeitet, d.h. ich habe ihm einen asymmetrischen Saum verpasst: anprobiert, höchsten und tiefsten Punkt markiert und abgesteckt. Im nächsten Schritt grob von Hand gereiht und dann mit der Nähmaschine einen sauberen Saumabschluss genäht.

Schwarzlicht-Streifen

Dann habe ich das weiße Zierband und den Diolen Loft in Schwarzlichtfarbe getränkt. Leider hatte ich nur Plakatfarbe aus dem Conrad und keine echte Textilfarbe, aber es hat trotzdem funktioniert. EL-Band wäre natürlich extrem chic gewesen, aber das war mir erstens zu teuer und zweitens hätte ich das in der Kürze der Zeit niemals hinbekommen. Da in der Halle aber überall Schwarzlicht vorhanden war, sah es trotzdem tron-mäßig aus 🙂

Die Ledercorsage

Als nächstes war die Ledercorsage an der Reihe. Leider habe ich es versäumt, von jedem Schritt Fotos zu machen, da ich dezent unter Zeitdruck war 🙂 Aber ich versuche, Schritt für Schritt zu rekonstruieren, was ich gemacht habe.

1. Schnittmuster anfertigen: dazu habe ich einfach das C&A-Kleid als Vorlage verwendet, da es genau passt. Ich habe mit Zeitungspapier und einem weichen Bleistift die Nähte abgepaust. Das Vorderteil besteht aus drei Einzelteilen (2 Schnittmuster, auf doppelt gelegten Filz und doppelt gelegtes Kunstleder übertragen), die Rückseite aus einem Teil (ebenfalls auf doppelt gelegte Stoffe übertragen).

So sehen die Schnittmuster in etwa aus (natürlich immer mit Nahtzugabe):

Ich habe die Corsage an den Seiten offen gelassen, um im Ballsaal nicht zu warm zu haben, daher besteht das Rückenteil nur aus dem Mittelstück.

Das Kunstleder habe ich mit Textilkleber am Filz befestigt und dann die Corsage zusammengenäht. Die Rundung am Brustteil habe ich nach dieser Anleitung hinbekommen.

An den offenen Seiten habe ich in regelmäßigen Abständen weißes Gummiband angebracht. Schwarzes wäre besser gewesen, aber das hatte ich leider nicht.

Jetzt geht´s an die Details:

– Ich habe aus Filz und Kunstleder zwei ca. 5cm breite und 30 cm lange Streifen geschnitten und mit Textilkleber aufeinandergeklebt.
– An diesen Streifen und am unteren Rand der Corsage habe ich jeweils 5 cm lange Streifen Klettband festgenäht.


– aus dem weißen Diolen Loft habe ich mit einem Deckel als Schablone 6 Kreise mit ca. 4 cm Durchmesser geschnitten und ebenfalls 6 Kreise aus Kunstleder – hier diente ein 10-Cent-Stück als Schablone
– Die Kunstleder-Kreise habe ich auf die Diolen-Loft-Kreise geklebt
– Das Zierband habe ich zugeschnitten: für die Corsage, das Unterkleid und das linke Bein der Leggings.
– Zierband und Kreise habe ich mit Textilkleber auf den Kleidungsstücken befestigt.

So sah das am Ende aus:

Zum Schluss habe ich noch einem alten schwarzen Longsleeve einen tiefen Carmen-Ausschnitt verpasst – es muss unter dem BH getragen werden oder Spaghettiträger bekommen, sonst rutscht es 🙂 Dazu schwarze Stiefel mit Keilabsatz und eventuell ein paar Knicklichter und du bist bereit für jedes Abenteuer auf dem Faschings-Raster 🙂

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Nein, sorry, aber wenn du Fragen zu den Materialien oder zur Nähanleitung hast: nur zu 🙂

  2. Liebe Quorra,

    gute Anleitung! Kommst du dieses Jahr oder nächstes Jahr zur FedCon? Mit so klasse Ideen immer gut! Die FedCon Dancers würden sich freuen!

    Haben das Projekt „Quorra & Sam“ seit letztem Jahr auf dem Plan,als wir den Film verspätet auf DVD gesehen haben.

    Da ich Elektroniker bin, möchte ich’s selbstleuchtend aufmotzen. Mal sehen, was draus werden kann. Wir werden deine Anleitung aber sicher verwenden können!

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