12. Februar 2010    /    Literatur, Meckerkekse    /    Tags: ,

Helene Hegemann und die klautorische Freiheit

Die Diskussion um Klautorin Helene Hegemann macht mich wütend. Ich wusste auch mit 17 schon, dass ich nicht einfach von anderen kopieren darf. Mein Gewissen hätte mir die ganze Zeit nervend mit den Worten “unverdient”, “unfair” und “unkreativ” im Ohr gelegen.

Aber im Internetzeitalter darf man das ja. Copy und Paste ist die neue Kreativität, Quellenangaben sind ja so 90ies – oder noch out-er. Ahja. Hm.

Und das Argument, das Mädel wisse es ja noch nicht besser da jung, kann man gleich dem großen Fauleausrednix zu fressen geben. Sie gefällt sich in der Rolle als altkluge Jung-Intellektuelle, die mit Goethe und Shakespeare dermaßen um sich wirft, dass es den Altmeistern ganz raulich wird in ihrem Literatenhimmel. Da sollte man erwarten können, dass sie sich auch mit den Geheimnissen des Urheberrechts bzw. des guten Stils gegenüber Kollegen auseinander gesetzt hat.

Warten wir mal ab, was Frau Hegemann sagt, wenn das erste Plagiat eines ihrer eigenen Werke auftaucht (falls es solche tatsächlich gibt). Ich bezweifle, dass sie dann immer noch den klautorischen Freiheitsgedanken verteidigt. Denn eins wird sie feststellen, wenn sie ihre eigenen Zeilen, Bilder und Gedanken unter anderem Namen in einer Erfolgsgeschichte findet: es tut weh.

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